Mittwoch, 29. Oktober 2008

Ich könnte euch alle umarmen

Meine Lieben,

es geht mir hier so super und ich wollte mich einfach mal bei euch allen bedanken für die vielen lieben Mails, Briefe und was weiß ich noch alles!

Ich bin hier so glücklich. Gerade die letzten paar Tage waren einfach unglaublich schön. Ich habe hier schon soviele liebe Menschen kennengelernt aus aller Herren Länder und Freundschaften geschlossen, die über das oberflächliche Blabla hinausgehen. Ebenso habe ich heute einfach einen unglaublichen Brief/Päckchen von meiner Mutter bekommen. Danke Mama! Du glaubst ja garnicht, wie glücklich du mich mit dieser Überraschung gemacht hast.

Ihr braucht euch also absolut keine Sorgen um mich zu machen,wegen Heimweh oder was auch immer. Nein, ich bereue es kein Stück, den Schritt ins Ungewisse gewagt zu haben. Ach wärt ihr doch hier, dann könnte ich euch daran teil haben lassen... Aber so müsst ihr euch alles aus meinen Erzählungen zusammenbasteln.
Falls jemand von euch Zeit und Lust hat, kommt mich besuchen! Das Appartment is groß genug und ich bin mir sicher, ihr werdet die Zeit genießen!!!

Eure vor Glück strahlende Rahel

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Kleine und große Vortschritte

Hai, ich bins mal wieder.
Heute wollte ich mal über meine ganzen Fortschritte berichten, die ich hier so mache, damit ihr seht, das auch ich mich weiterentwickle :-).

1. Fortschritte im Kindergarten:

Ja, hier fallen mir die Fortschritte doch sehr auf. Ich habe gestern zum ersten mal eine Unterrichtsstunde in Englisch gehalten. Das hat echt super geklappt. Die Kinder haben brav mitgearbeitet und nur ein ganz wenig Unfug getrieben ;-). Ebenso habe ich langsam den Tagesablauf intus und weiß, wann was was stattfindet.
Auch habe ich gestern gelernt, wie man aus Perlen und einer Nylonschnur ein Kreuz fabriziert. Das ist ansich garnicht so schwer, aber danach hatte ich doch einen etwas schepsen (wenn mans denn so schreibt ^^) Blick drauf.

2. Fortschritte in der Sprache:

Gleich zu Beginn habe ich angefangen ein Notizbuch zu führen, in dem ich alles festhalte, was ich nicht vergessen darf. So auch mir fehlende Englischvokabeln. So habe ich mittlerweile meinen Wortschatz mit so nützlichen Wörtern wie "to pee" (pinkeln) und egg-beater (Schneebesen) bestückt.
Ach im chinesischen komme ich voran. So kann ich mittlerweile bis 6 zählen (wow ;-) ), sämtliche Menschen zu jeder Tageszeit grüßen, "ich liebe dich" und "ich liebe dich auch" von mir geben (obwohl ich diese Sätze hier wohl nie brauchen werde)und "Oh mein Gott!!!" seufzen (einer der Lieblingssätze unter den Lehrern hier. Wie ich mir das ganze am besten merke? Naja, ich bilde Eselsbrücken. Und was für welche, haha... Ich schreibe alles so auf, das ich danach noch weiß, wie ich es auszusprechen habe. "Oh mein Gott" zum Beispiel, klingt auch chinesisch fast so wie das schwäbische "Ha ja" (also wer nicht weiß, wie das die Schwaben sagen, einfach einen fragen...).
Jetzt noch zum Malaiischen: Auch dort komme ich langsam aber stetig weiter. Leider nicht so schnell, wie ich das gerne hätte. Aber wie soll ich es denn auch lernen, wenn um mich rum alle nur chinesisch plappern. Im Moment bringen sie mir aber ein malaiisches Kinderlied bei, desen Inhalt sich mit der Freude am Waschen, lernen, Zähneputzen und essen beschäftigt. Heieiei... Aber egal, wenigstens mal was malaiisches :-).

3. Fortschritte in der Kultur

Hier beispielsweise das Essen: Ich kann jetzt oh wunder, oh wunder, mit Stäbchen essen, toll nicht? (Hier auch gleich noch die Wortschatzerweiterung im Englischen um das Wörtchen "Essstäbchen").
Im Schlürfen und Stisch verschmutzen stehe ich den Chinesen auch um nichts, oder fast nichts, nach. Hoffen wir, das ich mich back in Germany wieder an die andere Esskultur gewöhnen kann ;-).
Auch vergesse ich es so gut wie nie mehr, meine Schuhe auszuziehen, wenn ich ein Zimmer betrete, denn, das muss man wissen, hier betritt man mit Schuhen keine Wohnung, Büro, usw... Ja, wusste ich davor auch nicht.
Ach ja, zu der Kultur gehört natürlich auch, dass ich jetzt langsam begriffen habe, wie man was isst, und, noch viel wichtiger, mit was für einem Essen ich zu rechnen habe, wenn ich beispielsweise Goreng bestelle (Klasse, das erste Wort das mir eingefallen ist und von dem weiß ich nicht mal, was für ein Gericht das genau ist ;-)). Naja, jedenfalls bleibt es so abenteuerlich.


Etwas anderes zur Kultur noch, die wir gestern hautnah miterleben durften: :-)
Also bei uns in der Nähe gibt es ein, jedenfalls für malaiische Verhältnisse, kleines Einkaufszentrum namens "Jusco" von uns nur liebevoll "JJ" genannt. Gestern gabe es in eben diesem Einkaufszentrum eine special sale für Jusco-Kundenkartenbesitzern, an welchem alles "very cheap" sein sollte. Wir also kurzerhand mit ein paar Lehrern nach der Schule (ich sag immer Schule, auch wenns eigentlich ein Kindergarten ist...) flugs ins Auto gequetsch (wirklich gequetscht)und hingefahren. Vorher haben wir uns natürlich beide noch so eine Kundenkarte ausgeliehen. Und wirklich, es war alles verdammt billig. Jaaa, und ich gebs ja zu, da hab ich dann wohl doch einiges gekauft @:-).

(in dem Laden wars eindeutig am überfülltesten)


(so habe ich mich danach gefühlt...)


Ja, und das habe ich alles gekauft... Hat mich umgerechnet, mit Essen, 65 € gekostet

Es gäbe noch sooo viel zu berichten, aber ich will euch nicht langweilen :-)
Machts es gut!

PS: Eins noch: Ich habe gerade eben Lebensretter gespielt und einen kleinen Gekko von so einen Motten-Klebe-Dings befreit, auf welchem er hoffnungslos festgeklebt ist.

Samstag, 18. Oktober 2008

Kulturunterschiede im Alltag

Hallo, ich bins mal wieder.
Was soll ich berichten? Das Leben geht hier seinen Gang, es pendelt sich langsam alles ein und wird normaler. Und in diese Normalität hinein, gibt es immer wieder irgendetwas völlig neues, unerwartetes oder einfach etwas, mit dem man nicht gerechnet hätte.
Gester Abend hatten wir wieder Jugendgruppe. Wir haben sie zu uns nach hause eingeladen, weil wir sie mit einer deutschen Kartoffelsuppe überraschen wollten. Aus dieser ist aber eher ein Gemüseeintopf geworden, weil wir so viel Zeug reingehauen haben ;-). Jedenfalls kam als erstes Mary-Ann, die Tochter einer unserer Lehrerinnen im Kindergarten. Völlig überschwänglich und an zuhause denkend habe ich sie einfach umarmt, was sie doch leider sehr verwirrt hat. Nach einigen Erklärungen kam heraus, das man hier sowas nur bei ganz ganz engen und guten Freunden macht und (ein Glück, dass ich das von ihr erfahren habe) auf garkeinen Fall jemanden vom anderen Geschlecht. Wieder etwas dazu gelernt. Werde es also in Zukunf sein lassen, irgendjemand in Cheras zu umarmen.

Doch die Menschen sind unterschiedlich. Letztes Wochenende lernte ich eine Malaiin kennen. Sie ist 28, hat eine 5jährige Tochter, ist alleinerziehend und war noch nie verheiratet. Hä? Das in Malaysia? Ja, sie ist zwar muslimisch (nehm ich einfach mal an, da alle Malaien Muslime sind) doch hat sie mit den mir bis jetzt bekannten Einheimischen absolut garnichts gemein. Sie ist doch, wie soll ich sagen, eher westlicher... Von ihrem Denken, ihrem Reden und ihren Handlungen her. Und ich muss sagen, ich fühle mich wohl bei ihr. Es ist doch um einiges unkomplizierter mit ihr zu reden und man muss nicht so aufpassen, was man sagt. Freilich habe ich sie auch in den Arm genommen zur Verabschiedung. Hier muss man wirklich sehr aufpassen, mit wem man wie umgeht. Aber wenn man es einmal heraus hat, funktoniert es ganz gut.

(in der Mitte seht ihr die Malaiin, links die Tochter...)

So auch die Kindergartenleiterin. Dazu müsst ihr wissen, dass Chinesen nicht darum bemüht sind, Konflikte zu klären, sondern sie zu vermeiden. Und aus diesem Grund kommt auch nie jemand auf dich zu um dir direkt zu sagen, dass du etwas falsch gemacht hast, oder das es nicht OK war. Sowas erfährt man nur verschlüsselt, und da wir das nicht gewohnt sind, merken wir es oft garnicht. Aber ich denke (haha, hab ja grad gesagt, das ich es nicht bemerke ^^), dass das noch nich oft vorgekommen ist und sie im Kindergarten mit uns ganz zufrieden sind.
Allerdings erschwert uns das die Arbeit hier doch öfter, da uns oft irgendwelche wichtigen Sachen einfach nicht mitgeteilt werden und einfach davon ausgegangen wird, dass wir das wissen. Aber wie sollten wir? Oft bekommen wir den Satz von einem Lehrer zu hören: „Didn’t Miss Yong tell you this?“ Ja, das ist manchmal schwierig, und es macht uns unnötig wütend und gibt uns ein Gefühl nicht beachtet zu werden oder den anderen egal zu sein. Aber ich denke, so ist es nicht, sie denken nur schlicht und ergreifend nicht daran... Ich hoffe inständig, dass das noch besser wird.

Sonst läuft alles aber super. Wir fahren heute nach KL rein. Bis bald

Dienstag, 14. Oktober 2008

Gewisse Dinge, über die man nachdenkt, wenn man weg ist...

Seit ich hier in Malaysia bin habe ich wieder viel mehr Zeit mich mit meinen Freunden zu beschäftigen.
Ich durchstöber die Profile, sehe Fotos an, erfahre Dinge die ich nicht wusste... Und bei alle dem? Was für ein Gefühl ich habe? Das Gefühl jemanden verloren zu haben... Und das Gefühl, diese Person zu vermissen. Wie konnte ich die Freundschaft nur so schleifen lassen, ihr so den Rücken kehren? Und jetzt? Jetzt sind sie Fremde für mich. Ich kenne sie nicht mehr. Habe ein riesen Stück in ihrem Leben verpasst. Vielleicht gerade einen Schlüsselpunkt für sie. Ich kenne nicht mehr ihre Gedanken, ihre Wünsche und ihre Träume. Nein, sie sind mir einfach völlig fremd.
Die ein-zwei Mal die ich sie getroffen habe, lag noch ein Schein jener früheren Nähe über uns, aber es war doch nur ein Schein. Beide klammerten wir uns an etwas, das vergangen ist. Unsere enge Freundschaft. Und leider ist mir das nicht nur bei einer Person so ergangen.

Andere wiederum drohen mir zu entgleiten. Unaufhörlich und ich weiß nicht, wie ich es stoppen könnte.
Bei wieder anderen merke ich, das die Freundschaft scheinbar nie so eng war wie ich dachte. Von ihnen höre ich schon fast garnichts mehr. Oder garnichts mehr. Sie sind viel zu sehr mit ihrem eigenen Leben beschäftigt. Was solls.

Doch dann gibt es noch diejenigen, die mir wieder einmal bestätigen, wie besonders unsere Frendschaft ist und das auch die noch so große Distanz nichts an diesem Zustand ändert. In diesen Momenten, wenn ich wieder einmal merke, dass ich in ihrem Herzen bin genauso wie sie in meinem, bin ich mit unter zu Tränen gerührt. Aus Dankbarkeit über dieses wunderbare Geschenk das mir gegeben wurde und weil mir das Herz aufgeht wenn ich an sie denke.
Hoffentlich kann ich ihnen eine genauso gute Freundin sein wie sie mir.

Ich danke euch allen so!

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Kurzer Urlaub und das Leben danach

Hallo meine Lieben,

Die Marina und ich verbrachten letzte Woche ein paar Tage, dank des muslimischen Festes "Hari Raya", dass auf Grund des Ende des Ramadam gefeiert wird, ein paar Tage auf der wunderschönen Insel Pulau Pangkor. Dort war es einfach traumhaft schön. Neben einem haufen Backpackern from all over the world lernten wir auch ein paar Malaien kennen. Alles ausgesprochen freundliche Menschen, die uns die Insel noch einmal auf eine ganz andere Art und Weise erleben liesen. So wurden wir beispielsweise abends in einem Boot mit aufs Meer hinausgenommen, hatten Dinner bei einer malaiischen Familie, fuhren nachts mit Rollern über die Insel und kamen umsonst zum Schnorcheln. Es war einfach fantastisch! Nebenher entdeckten wir dann noch einige exotische Tiere und konnten Affen beobachten. Wir lernten auch eine 19-jährige Deutsche kennen, die im Moment eine Weltreise macht. Mit ihr war es sehr sehr lustig, nicht wahr, Jasmin?





Ach ja, und ich habe Rollerfahren gelernt! :-) Man glaubt es kaum. Aber es war echt einfach fantastisch auf einem Roller die Insel zu umrunden. Habe ich sogar mit jemandem hinten drauf geschafft. Und die Straßen haben es echt in sich. Urwald, Serpentimen, usw...


Sonntagnacht kamen wir dann sehr übermüdet wieder zuhause an. Wir wurden dankenswerterweise in KL von unserem Jugendgruppenleiter abgeholt.
Am Montag bekamen wir im Kindergarten dann Besuch vom Thomas, einem deutschen Pfarrer, der für uns hier in Malaysia zuständig ist. Mit ihm zusammen und dem deutschen Pfarrer, der hier in Malaysia ist, fuhren wir dann gestern zusammen nach Bethany Home um die Jungs zu besuchen. War ein sehr schöner Tag...
Montagabend wurden wir dann noch nach KL zum essen eingeladen. Und das erst um 10 Uhr abends. War trotzdem sehr schön, obwohl wir so müde waren. Wir waren indisch Essen. Das Essen wurde uns auf Bananenblättern serviert. Habe ich davor noch nie erlebt. War zwar scharf, aber sehr lecker. Das was wir gegessen haben wird "Roti" genannt und gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Süß, Scharf, mit Chicken und was weiß ich noch alles. Es ist so eine Art dünner Pfannkuchen und wird von der Marina und mir doch sehr gerne gegessen.

Die Arbeit hier läuft ganz gut, von Tag zu Tag besser, da man sich langsam an alles gewöhnt und in den Tagesablauf hineinkommt.
Wir haben heute einiges erfahren,was in den nächsten Monaten von der Kirche aus alles so geplant ist und ich muss sagen, ich freu mich einfach nur auf alles was auf uns zukommt!
Wir dürfen auch mit den Kindern Plätzchen backen und Weihnachtsschmuck basteln! Juhu!!! Vllt kann ich ja noch deutsche Weihnachtsmusik auftreiben ;-). Nur auf den Glühwein muss ich dieses Jahr wohl verzichten. Drinkt mal nen Schluck für mich :-)

Also bis bald!