Samstag, 18. Oktober 2008

Kulturunterschiede im Alltag

Hallo, ich bins mal wieder.
Was soll ich berichten? Das Leben geht hier seinen Gang, es pendelt sich langsam alles ein und wird normaler. Und in diese Normalität hinein, gibt es immer wieder irgendetwas völlig neues, unerwartetes oder einfach etwas, mit dem man nicht gerechnet hätte.
Gester Abend hatten wir wieder Jugendgruppe. Wir haben sie zu uns nach hause eingeladen, weil wir sie mit einer deutschen Kartoffelsuppe überraschen wollten. Aus dieser ist aber eher ein Gemüseeintopf geworden, weil wir so viel Zeug reingehauen haben ;-). Jedenfalls kam als erstes Mary-Ann, die Tochter einer unserer Lehrerinnen im Kindergarten. Völlig überschwänglich und an zuhause denkend habe ich sie einfach umarmt, was sie doch leider sehr verwirrt hat. Nach einigen Erklärungen kam heraus, das man hier sowas nur bei ganz ganz engen und guten Freunden macht und (ein Glück, dass ich das von ihr erfahren habe) auf garkeinen Fall jemanden vom anderen Geschlecht. Wieder etwas dazu gelernt. Werde es also in Zukunf sein lassen, irgendjemand in Cheras zu umarmen.

Doch die Menschen sind unterschiedlich. Letztes Wochenende lernte ich eine Malaiin kennen. Sie ist 28, hat eine 5jährige Tochter, ist alleinerziehend und war noch nie verheiratet. Hä? Das in Malaysia? Ja, sie ist zwar muslimisch (nehm ich einfach mal an, da alle Malaien Muslime sind) doch hat sie mit den mir bis jetzt bekannten Einheimischen absolut garnichts gemein. Sie ist doch, wie soll ich sagen, eher westlicher... Von ihrem Denken, ihrem Reden und ihren Handlungen her. Und ich muss sagen, ich fühle mich wohl bei ihr. Es ist doch um einiges unkomplizierter mit ihr zu reden und man muss nicht so aufpassen, was man sagt. Freilich habe ich sie auch in den Arm genommen zur Verabschiedung. Hier muss man wirklich sehr aufpassen, mit wem man wie umgeht. Aber wenn man es einmal heraus hat, funktoniert es ganz gut.

(in der Mitte seht ihr die Malaiin, links die Tochter...)

So auch die Kindergartenleiterin. Dazu müsst ihr wissen, dass Chinesen nicht darum bemüht sind, Konflikte zu klären, sondern sie zu vermeiden. Und aus diesem Grund kommt auch nie jemand auf dich zu um dir direkt zu sagen, dass du etwas falsch gemacht hast, oder das es nicht OK war. Sowas erfährt man nur verschlüsselt, und da wir das nicht gewohnt sind, merken wir es oft garnicht. Aber ich denke (haha, hab ja grad gesagt, das ich es nicht bemerke ^^), dass das noch nich oft vorgekommen ist und sie im Kindergarten mit uns ganz zufrieden sind.
Allerdings erschwert uns das die Arbeit hier doch öfter, da uns oft irgendwelche wichtigen Sachen einfach nicht mitgeteilt werden und einfach davon ausgegangen wird, dass wir das wissen. Aber wie sollten wir? Oft bekommen wir den Satz von einem Lehrer zu hören: „Didn’t Miss Yong tell you this?“ Ja, das ist manchmal schwierig, und es macht uns unnötig wütend und gibt uns ein Gefühl nicht beachtet zu werden oder den anderen egal zu sein. Aber ich denke, so ist es nicht, sie denken nur schlicht und ergreifend nicht daran... Ich hoffe inständig, dass das noch besser wird.

Sonst läuft alles aber super. Wir fahren heute nach KL rein. Bis bald

1 Kommentar:

lumpii hat gesagt…

ach rahel! so gehts jedem denk ich. zu uns sagen sie auch oft was nicht und 10 minuten spaeter sind wir im bus der kirche richtung chinandega.. denk dir nichts. die machen das nicht mit absicht sondern sind einfach so. das ist in nicaragua echt nicht anders..