Bevor ich jetzt hier alles nochmal extra schreibe, kriegt ihr jetzt einfach meinen letzten Rundbrief zu lesen, ok? :-)
Hallo meine Lieben,
eigentlich wollte ich euch einen schönen letzten Rundbrief schicken. Noch vor einer Woche hätte auch nichts gegen diesen Plan gesprochen, doch die Ereignisse der letzten Tage rücken das Ganze in ein etwas anderes Licht. Ich warne euch jetzt gleich einmal vor. Dieser Rundbrief wird ein sehr persönlicher werden, und er wird wohl auch größten Teils durch anderes als die Arbeit beansprucht werden, aber daran kann ich jetzt leider nichts ändern. Ich habe einfach das Gefühl, dass ich darüber schreiben, darüber berichten muss. Denn dieses Jahr besteht ja nicht nur aus Arbeit, sondern auch aus meinem restlichen Leben. Und um dieses wird sich dieser letzte Rundbrief aus Malaysia an euch drehen.
Am letzten Mittwoch erreichte uns die äußerst schockierende und traurige Nachricht, dass sich ein französischer Freund von uns das Leben genommen hatte. Er stürzte sich am Dienstag, den 21. Juli 2009 vom Balkon seines Apartments. Warum? Keiner weiß es. Die Nachricht erhielten wir etwas unpassend in einer kleinen Zwischenpause im Kindergarten. Man kann sich also vorstellen, dass wir danach alles andere als in guter Stimmung waren die Kinder weiter zu unterrichten. Und doch war es immer noch möglich. Denn zu diesem Zeitpunkt weigerten sich sowohl unser Kopf als auch unser Herz diese Tatsache zu akzeptieren. Nein, das kann unmöglich Tom gewesen sein. Nein, nicht der liebe, lustige, sportliche Tom. Das muss ein Irrtum sein. Leide war es keines… Und so fanden wir uns am Donnerstag um 11 Uhr morgens in Kuala Lumpur zu seiner Trauerfeier ein. Viele waren gekommen. Viele, die von ihm Abschied nehmen wollten, die es, genau wie wir, einfach nicht fassen konnten. Die Trauerfeier war, wie jede andere auch, einfach schrecklich. In diesem kleinen Raum zu sitzen, den Sarg vor sich zu sehen, in dem unser Freund Tom liegen sollte, den Freunden zu lauschen, die ein paar Worte sprachen, die Fotos zu sehen, und all die Blumen, das war furchtbar. Ich glaube ich habe während der ganzen Zeit gezittert…
Hinterher wollte keiner alleine sein und so beschlossen wir zusammen noch etwas essen zu gehen. Marina machte sich auf den Weg nach Penang und allein der Gedanke den Abend und die Nacht alleine in unserem Apartment zu verbringen war bedrückend genug, dass ich alles daran setzte diese Nacht in KL bleiben zu können. Vielleicht hat mir diese Entscheidung einen ganzen Haufen erspart…
Denn… heute Morgen, als ich beschloss nach hause zu fahren, ahnte ich noch nicht, was auf mich zu kommen würde. Kaum hatte ich die Tür geöffnet beschlich mich das leise Gefühl, das etwas nicht stimmte. Mein Laptop fehlte. Ok, kein Drama, vielleicht hatte die Marina ihn ja wo anders hingeräumt. Hier gesucht, da gesucht, nichts gefunden. Also schnell mal die Marina angerufen. Nein, sie habe mit dem Laptop nichts gemacht. Ob denn sonst noch etwas fehle. Also schnell in mein Zimmer. Nächster Schock: Mein ganzes Geld ist weg! Und mein Handy auch! Also rüber in Marinas Zimmer. Glücklicherweise hatten die Diebe ihren Laptop nicht entdeckt. Dafür auch hier ein Schock: Ihr Vertragshandy fehlte. Geld hatte sie zu diesem Zeitpunkt zum Glück kaum in der Wohnung. Völlig am Ende beschloss ich sogleich die Leiterin zu informieren, welche auch sofort kam und mich, aufgelöst wie ich war, erst mal beruhigte. Danach ging es weiter zur Polizei usw. Ich bezweifle, dass ich von meinen Sachen jemals wieder etwas sehen werde. Aber was solls…
Wie ihr seht können 4 Tage alles verändern. Ich hätte nie gedacht, dass mir so kurz vor der Heimreise noch so viel, Verzeihung wenn ich das jetzt so ausdrücke, Scheiß passieren kann. Aber es kann, das wurde mir diese Woche wieder einmal gezeigt. Vielleicht hatte ich trotzdem Glück. Wer weiß, was alles hätte passieren können, wäre ich in der Wohnung gewesen…
Diese Woche hat mir wieder einmal erschreckend nahe vor Augen geführt, was alles passieren und wie schnell alles vorbei sein kann. Genauso wie unser Jahr in Übersee. Kaum sind wir aufgebrochen, schon müssen wir wieder zurück. So kommt es mir jedenfalls vor. Und das, obwohl wir zwischendurch so viele Probleme hatten.
Der heutige Tag hat mir aber auch wieder einmal klar gemacht, wie sehr die Menschen hier um uns besorgt sind und sich um uns kümmern. Unsere Nachbarin war sofort zur Stelle und auch die Kindergartenleiterin kam so schnell wie es nur möglich war. Sie haben mich beruhigt, sich um mich gekümmert, sind mit mir zur Polizei, haben elendig lange Wartezeiten mit mir durchgestanden, immer wieder ein aufmunterndes Wort auf den Lippen gehabt und sich um mein leibliches Wohl gekümmert. Dafür werde ich mich mit Sicherheit noch öfter als einmal bedanken. Genauso wie bei meiner Familie, die immer für mich da war und mich unterstützt hat (und natürlich dies alles auch immer noch macht ;-) ), bei der Marina, die mit mir durch alle Höhen und Tiefen gegangen ist, beim Kindergarten und seiner Leiterin Mrs. Yong Yoon Yen (auch wenn es nicht immer leicht war), der Organisation Mission eineWelt und allen anderen, die ich jetzt vielleicht vergessen habe (ist nicht böse gemeint…).
Die letzte Zeit im Kindergarten verbringen wir eher ruhig. Letzte Woche wurde fleißig mit jeder Klasse Nudelsuppe zubereitet und natürlich anschließend verdrückt und die noch verbleibende Zeit bis zu unserer Abreise verbringen wir mit den verschiedensten Lernspielen. Vielleicht bleibt uns auch noch die Zeit (in unserer letzten Woche vielleicht?) unseren letzten kleinen Traum zu verwirklichen. Und zwar Fingerfarben! Wir würden nämlich wahnsinnig gerne mit den Kindern in Badesachen nach draußen gehen (ist ja immer heiß genug dafür) und ihnen dann einfach Fingerfarben zur Verfügung stellen, damit sie sich gegenseitig von oben bis unten anmalen können. Das Ganze ist auch hinterher wieder leicht abwaschbar und dürfte von dem her kein Problem geben. Drückt uns die Daumen, dass das klappt! Wäre das nicht ein Heidenspaß?
Einen ausführlichen Jahresrückblick, eine Reflektion usw. könnt ihr dann in meinem Abschlussbericht nachlesen, der zurück in Deutschland, verfasst und verschickt werden wird.
Bis dahin hoffe ich, dass ihr gesund und munter bleibt und ich (und natürlich Marina) noch die verbleibende Zeit ohne weitere Dramen verbringen kann und alles ein „Happy End“ nehmen wird.
Ich freue mich schon sehr auf Deutschland (und das Essen :-) ), obwohl mir das hier auch alles sehr fehlen wird. Es ist ein Stück weit eine zweite Heimat für mich geworden. Und ich bin mir sicher, dieses wird sicher nicht mein letztes Mal hier in Malaysia gewesen sein…
Eure Rahel
Freitag, 24. Juli 2009
Dienstag, 7. Juli 2009
Endspurt
Hi meine Lieben,
jetzt is es schon wieder so lang her, dass ich mich das letzte mal gemeldet hab. Tut mir leid. Ich hab zur zeit wahnsinnig viel um die Ohren. So viele Dinge, die noch erledigt werden müssen bevor ich heim komm... Genau heute in 5 Wochen bin ich schon wieder zuhause. Wahnsinn wie schnell die Zeit jetzt doch vergangen ist. Hätte ich garnicht gedacht. Und plötzlich fällt einem auf, das einem kaum noch Zeit bleibt alles anzuschauen, was man sich noch vorgenommen hat. Mal schaun, ob ich es noch schaff :-)
Jetzt freu ich mich erstmal noch auf morgen. Da darf ich nämlich endlich meine Julia wieder in die Arme schließen, wenn sie um 3 uhr am internationalen Flughafen in Kuala Lumpur landet. Juhu!!!! Ich werde euch dann hinterher berichten, was wir in den 2 wochen so alles angestellt haben. Am Donnerstag werden wir erst einmal mit dem Nachtbus auf die wunderschöne Insell "Tioman" im Osten Malaysias fahren.
Macht es gut!
jetzt is es schon wieder so lang her, dass ich mich das letzte mal gemeldet hab. Tut mir leid. Ich hab zur zeit wahnsinnig viel um die Ohren. So viele Dinge, die noch erledigt werden müssen bevor ich heim komm... Genau heute in 5 Wochen bin ich schon wieder zuhause. Wahnsinn wie schnell die Zeit jetzt doch vergangen ist. Hätte ich garnicht gedacht. Und plötzlich fällt einem auf, das einem kaum noch Zeit bleibt alles anzuschauen, was man sich noch vorgenommen hat. Mal schaun, ob ich es noch schaff :-)
Jetzt freu ich mich erstmal noch auf morgen. Da darf ich nämlich endlich meine Julia wieder in die Arme schließen, wenn sie um 3 uhr am internationalen Flughafen in Kuala Lumpur landet. Juhu!!!! Ich werde euch dann hinterher berichten, was wir in den 2 wochen so alles angestellt haben. Am Donnerstag werden wir erst einmal mit dem Nachtbus auf die wunderschöne Insell "Tioman" im Osten Malaysias fahren.
Macht es gut!
Mittwoch, 17. Juni 2009
Ein bischen mehr Vertrauen in den Lonely Planet :-)
Hallo meine Lieben,
wie ihr sicher mitbekommen habe, sind die Marina und ich für 2 Wochen auf der wunderschönen Trauminsel Bali gewesen.
Zugegeben, ich habe nicht besonders viel Zeit am Strand verbracht (heißes Wetter, Sonne, Strand und Meer haben wir ja auch zu genüge in Malaysia), sondern mich ins Landesinnere und sogar auf einen Berg begeben.
Ja, dieser Berg. Auf ihn bezieht sich auch die Überschrift. Am 2. Tag lernten Marina und ich einen Schweizer kennen, der auch für die gleiche Zeit wie wir auf Bali war und so beschlossen wir zusammen weiter zu reisen. Nachdem wir Kuta fluchtartig verlassen hatten (gräßlicher Touristenort übersäht mit australischen Surferboys) begaben wir uns nach Ubud, einem eher ruhigen Ort. Von dort aus erkundeten wir die Umgebung, einen Tag auch mit Roller und dann trennten sich Marinas und meine Wege. Unsere Vorstellungen von Urlaub und die Interessen lagen einfach zu weit außeinander und so machte sich Marina (ach, lest einfach ihren Bericht ;-) ) auf zu einem Vulkan im Osten und Kaspar, der Schweizer, und ich eher etwas westlicher zu dem oben erwähnten Berg auf.
Wir kamen nach einer schaurigen Bemofahrt (Einheimische Kleinbusse) in einem kleinen Bergdorf auf ca. 1500 m an. Das war eine überraschung. Touristen waren eine Seltenheit und die Mentalität der Bewohner war um einiges anders als die der Restlichen die wir bis dahin getroffen hatten. Sehr entspannt. Allerdings auch um einiges kälter, was tagsüber zwar angenehm, nachts aber sehr sehr kalt war...

(Das schönste Foto des Urlaubs)
Wie wir Europäer so sind, wollten wir natürlich auch wandern gehen, wo sowohl der Kaspar als auch ich die Alpen fast vor der Nase haben.
Das Ganze war an sich super geplant, nur leider hatten wir die Realität etwas falsch eingeschätzt. Zum einen haben wir gemerkt, das die Warnung "difficult trak" des Lonely Planets durchaus berechtigt war, 2. haben wir herausgefunden, das es immer sinnvoll ist, eine Karte bei sich zu haben und 3. sich nicht unter Zeitdruck setzen zu lassen.
Nachdem wir uns bereits einmal verlaufen hatten, und irgendwann in einem Dickicht, in dem es zeitenweise schwer war, den Weg, soweit er vorhanden war, überhaupt zu finden und sich die Spinnenweben aus dem Gesicht zu wischen, waren wir schon kurz davor, umzudrehen. Der Pfad sah aus, als wäre er seit Jahren nicht mehr begangen worden und ob wir wirklich auf dem richtigen Weg waren wussten wir auch nicht. Zudem wurde es immer steiler, mitunter sogar mit Kletterpassagen, rutschig war es sowieso und vom Berg sah man auch nichts. Alles war so dicht bewaldet und überwuchert, das wir ohne Scheiß bis zum Gipfel nur 1 mal die Möglichkeit hatten die Aussicht zu bewundern, geschweige denn, das wir den Gipfel vorher gesehen hätten :-)-
Wie auch immer, wir sind sicher wieder unten angekommen, die Aussicht von Oben war wunderschön, auch wenn die Wolken sehr schnell die Spitze verschleiert haben, ein kleines Abendteuer muss ja auch einmal sein und aus unseren Fehlern haben wir, hoffentlich, auch gelernt :-).

Mehr will ich mich über diesen Urlaub jetzt auch garnicht auslassen, ich denke das reicht und wenn jemand noch mehr erfahren will, fragt einfach nach, es gäbe noch einige nette Anekdoten zu erzählen!

Diese Woche im Kindergarten machen wir mit den Kindern übrigens Pappmasché. Wir hatten uns das so schön ausgemahlt und waren der festen Überzeugung den Kindern würde es Spaß machen im Kleister rumzumanschen usw. Aber von wegen, sie haben viel zu viel Angst davor sich schmutzig zu machen und finden den Kleber doch tatsächlich ekelig. Was sind denn das bitte für Kinder? Die Marina und ich manschen dafür umso fröhlicher :-) (Jedenfalls noch am Anfang der Woche, mittlerweile is auch unsere Begeisterung etwas abgeklungen ob der ungeheueren Menge...)

Leute, hier noch eine wichtge Info zum Schluss: Ich werdem am 17.8. um 13.00 in München wieder deutschen Boden betreten!
wie ihr sicher mitbekommen habe, sind die Marina und ich für 2 Wochen auf der wunderschönen Trauminsel Bali gewesen.
Zugegeben, ich habe nicht besonders viel Zeit am Strand verbracht (heißes Wetter, Sonne, Strand und Meer haben wir ja auch zu genüge in Malaysia), sondern mich ins Landesinnere und sogar auf einen Berg begeben.
Ja, dieser Berg. Auf ihn bezieht sich auch die Überschrift. Am 2. Tag lernten Marina und ich einen Schweizer kennen, der auch für die gleiche Zeit wie wir auf Bali war und so beschlossen wir zusammen weiter zu reisen. Nachdem wir Kuta fluchtartig verlassen hatten (gräßlicher Touristenort übersäht mit australischen Surferboys) begaben wir uns nach Ubud, einem eher ruhigen Ort. Von dort aus erkundeten wir die Umgebung, einen Tag auch mit Roller und dann trennten sich Marinas und meine Wege. Unsere Vorstellungen von Urlaub und die Interessen lagen einfach zu weit außeinander und so machte sich Marina (ach, lest einfach ihren Bericht ;-) ) auf zu einem Vulkan im Osten und Kaspar, der Schweizer, und ich eher etwas westlicher zu dem oben erwähnten Berg auf.
Wir kamen nach einer schaurigen Bemofahrt (Einheimische Kleinbusse) in einem kleinen Bergdorf auf ca. 1500 m an. Das war eine überraschung. Touristen waren eine Seltenheit und die Mentalität der Bewohner war um einiges anders als die der Restlichen die wir bis dahin getroffen hatten. Sehr entspannt. Allerdings auch um einiges kälter, was tagsüber zwar angenehm, nachts aber sehr sehr kalt war...
(Das schönste Foto des Urlaubs)
Wie wir Europäer so sind, wollten wir natürlich auch wandern gehen, wo sowohl der Kaspar als auch ich die Alpen fast vor der Nase haben.
Das Ganze war an sich super geplant, nur leider hatten wir die Realität etwas falsch eingeschätzt. Zum einen haben wir gemerkt, das die Warnung "difficult trak" des Lonely Planets durchaus berechtigt war, 2. haben wir herausgefunden, das es immer sinnvoll ist, eine Karte bei sich zu haben und 3. sich nicht unter Zeitdruck setzen zu lassen.
Nachdem wir uns bereits einmal verlaufen hatten, und irgendwann in einem Dickicht, in dem es zeitenweise schwer war, den Weg, soweit er vorhanden war, überhaupt zu finden und sich die Spinnenweben aus dem Gesicht zu wischen, waren wir schon kurz davor, umzudrehen. Der Pfad sah aus, als wäre er seit Jahren nicht mehr begangen worden und ob wir wirklich auf dem richtigen Weg waren wussten wir auch nicht. Zudem wurde es immer steiler, mitunter sogar mit Kletterpassagen, rutschig war es sowieso und vom Berg sah man auch nichts. Alles war so dicht bewaldet und überwuchert, das wir ohne Scheiß bis zum Gipfel nur 1 mal die Möglichkeit hatten die Aussicht zu bewundern, geschweige denn, das wir den Gipfel vorher gesehen hätten :-)-
Wie auch immer, wir sind sicher wieder unten angekommen, die Aussicht von Oben war wunderschön, auch wenn die Wolken sehr schnell die Spitze verschleiert haben, ein kleines Abendteuer muss ja auch einmal sein und aus unseren Fehlern haben wir, hoffentlich, auch gelernt :-).
Mehr will ich mich über diesen Urlaub jetzt auch garnicht auslassen, ich denke das reicht und wenn jemand noch mehr erfahren will, fragt einfach nach, es gäbe noch einige nette Anekdoten zu erzählen!
Diese Woche im Kindergarten machen wir mit den Kindern übrigens Pappmasché. Wir hatten uns das so schön ausgemahlt und waren der festen Überzeugung den Kindern würde es Spaß machen im Kleister rumzumanschen usw. Aber von wegen, sie haben viel zu viel Angst davor sich schmutzig zu machen und finden den Kleber doch tatsächlich ekelig. Was sind denn das bitte für Kinder? Die Marina und ich manschen dafür umso fröhlicher :-) (Jedenfalls noch am Anfang der Woche, mittlerweile is auch unsere Begeisterung etwas abgeklungen ob der ungeheueren Menge...)
Leute, hier noch eine wichtge Info zum Schluss: Ich werdem am 17.8. um 13.00 in München wieder deutschen Boden betreten!
Mittwoch, 20. Mai 2009
Mein Leben besteht aus Fruchsalat
Hallo meine Lieben,
die Arbeit hat sich wieder eingerängt, es herrscht Alltag, Marina und ich arbeiten.
Diese Woche ist mal wieder unsere Kitchentime/Handicraft week. Und ratet mal was wir machen. Ja genau, Fruchtsalat. An sich was schönes, die Kinder freuen sich, er wird auch meistens brav gegessen, ist gesund (von dem bischen Zucker den wir hinzufügen mal abgesehen)und sie lernen was dabei.
Mit heute habe ich diese Woche bereits 20 mal Fruchsalat gemacht. Ist erstaunlicher weise sogar noch erträglich.
Doch bei diesesn 20 Mal ist mir etwas aufgefallen...
Doch hier erstmal ein Foto, das hilft beim Erklären.

Ja, das ist ein sehr gutes Bild zum Erklären. Also, wie ihr seht stehen so die Kinder. An der freien Seite stehen ich, bzw die Marina. Wenn wir etwas mit den Kindern schneiden bitten wir jedes einzelne nach einander an unsere Seite, das ist das Einfachste. Normalerweise arbeite ich mich dafür von rechts nach links durch. So, die ersten Kinder kommen natürlich von Rechts zu mir, ist ja auch das Kürzeste für sie. Doch anders als erwartet, nahmen alle Kinder diesen Weg. Das müsst ihr euch mal vorstellen. Also ich würde ja einfach den kürzeren Weg gehen, aber sie folgen brav ihren Vorgängern. Das hat mich doch sehr beeindruckt. Von ihnen würde keines auf die Idee kommen, selber zu denken, man macht einfach das nach was einem Vorgemacht wird. Ja, das ist die chinesisch-konfuzianistische Gesellschaft. Hier an einem sehr schönen, einfachen Beispiel aufgeführt. Allerdings muss ich zugeben, das die Kinder die gleich neben mir auf der linken Seite standen dann doch den kürzeren Weg zu mir genommen haben... :-)


Dieser kleine Knirps hier tut mir übrigens unendlich leid. Er ist so süß und putzig, sein einziges Problem: Er kann weder englisch, noch chinesisch noch malayisch. Wie können seine Eltern nur so grausam sein und ihn in diesen Kindergarten schicken in dem sie sich doch nen Scheißdreck (sorry wegen der Wortwahl) um die Integration usw kümmern? Und so verbringt er Woche für Woche damit ausgeschimpft zu werden ohne eine leiseste Ahnung zu haben um was es geht...

Dieses Bild fand ich einfach nur zuuu geil. Man sieht sowas bei uns immer wieder, da sie vor dem Computer Room sich jedes Mal ihrer Schuhe entledigen müssen und die Hälfte der Kinder kommt ja immer von diesem Raum zu uns. Nett ist es auch, wie lang es teilweise dauert, ihnen begreiflich zu machen, das sie die Schuhe verkehrt herum tragen. Manche wollen das garnicht einsehen :-).

Dieses Foto finde ich einfach wunderschön. Hübsche Kleine, nicht?


Ja, ok, wir sind wohl die größten Kinder bei uns im Kindergarten :-)
die Arbeit hat sich wieder eingerängt, es herrscht Alltag, Marina und ich arbeiten.
Diese Woche ist mal wieder unsere Kitchentime/Handicraft week. Und ratet mal was wir machen. Ja genau, Fruchtsalat. An sich was schönes, die Kinder freuen sich, er wird auch meistens brav gegessen, ist gesund (von dem bischen Zucker den wir hinzufügen mal abgesehen)und sie lernen was dabei.
Mit heute habe ich diese Woche bereits 20 mal Fruchsalat gemacht. Ist erstaunlicher weise sogar noch erträglich.
Doch bei diesesn 20 Mal ist mir etwas aufgefallen...
Doch hier erstmal ein Foto, das hilft beim Erklären.
Ja, das ist ein sehr gutes Bild zum Erklären. Also, wie ihr seht stehen so die Kinder. An der freien Seite stehen ich, bzw die Marina. Wenn wir etwas mit den Kindern schneiden bitten wir jedes einzelne nach einander an unsere Seite, das ist das Einfachste. Normalerweise arbeite ich mich dafür von rechts nach links durch. So, die ersten Kinder kommen natürlich von Rechts zu mir, ist ja auch das Kürzeste für sie. Doch anders als erwartet, nahmen alle Kinder diesen Weg. Das müsst ihr euch mal vorstellen. Also ich würde ja einfach den kürzeren Weg gehen, aber sie folgen brav ihren Vorgängern. Das hat mich doch sehr beeindruckt. Von ihnen würde keines auf die Idee kommen, selber zu denken, man macht einfach das nach was einem Vorgemacht wird. Ja, das ist die chinesisch-konfuzianistische Gesellschaft. Hier an einem sehr schönen, einfachen Beispiel aufgeführt. Allerdings muss ich zugeben, das die Kinder die gleich neben mir auf der linken Seite standen dann doch den kürzeren Weg zu mir genommen haben... :-)
Dieser kleine Knirps hier tut mir übrigens unendlich leid. Er ist so süß und putzig, sein einziges Problem: Er kann weder englisch, noch chinesisch noch malayisch. Wie können seine Eltern nur so grausam sein und ihn in diesen Kindergarten schicken in dem sie sich doch nen Scheißdreck (sorry wegen der Wortwahl) um die Integration usw kümmern? Und so verbringt er Woche für Woche damit ausgeschimpft zu werden ohne eine leiseste Ahnung zu haben um was es geht...
Dieses Bild fand ich einfach nur zuuu geil. Man sieht sowas bei uns immer wieder, da sie vor dem Computer Room sich jedes Mal ihrer Schuhe entledigen müssen und die Hälfte der Kinder kommt ja immer von diesem Raum zu uns. Nett ist es auch, wie lang es teilweise dauert, ihnen begreiflich zu machen, das sie die Schuhe verkehrt herum tragen. Manche wollen das garnicht einsehen :-).
Dieses Foto finde ich einfach wunderschön. Hübsche Kleine, nicht?
Ja, ok, wir sind wohl die größten Kinder bei uns im Kindergarten :-)
Mittwoch, 13. Mai 2009
It's getting hot in here
Hört sich exciting an? Glaubt mir, das is es nicht :-). Hat nichts mit erotischen Fantasien oder sonstigem zu tun sondern schlicht und ergreifend mit der unglaublichen Hitze die uns hier darnieder liegen lässt. Seit ein paar Wochen wir unser geliebter Regen immer spärlicher und die Temperatur immer höher. Ob man die Zähne putzt oder nur still dasitz, man schwitzt. Unglaublich, sowas habe ich noch nie erlebt. Und heute haben wieder einmal verdeutlicht bekommen, warum die Menschen in Malaysia bevorzug auswertig essen an statt zuhause zu kochen.
Ja vielleicht kommt da bei der Marina und mir die gute deutsche Hausfrau durch :-). Jedenfalls setzten wir uns gestern in den Kopf unbedingt mal wieder kochen zu müssen. Gesagt getan. Kochutensilien wurden eingekauft, im Kühlschrank verstaut. Soweit so gut. Heute dann die Kochaktion. Nach geschlagenen 5 Minuten in der Küche rann der Schweiß bereits in Strömen über meinen Körper. Dies war das erste Mal, als mir der Gedanke kam, das es vllt keine soo gute Idee gewesen sei, kochen zu wollen. Was solls, also weiter gewerkelt. Nach weiteren 10 Minuten war ich mir absolut sicher, das es ein Fehler gewesen ist :-). Aber dann wars auch schon zu spät. Und so schwitze ich mich durchs kochen und war reif für eine lange, kalte Dusche am Ende der Aktion. Diese Aktion wäre vielleicht wesentlich kürzer gewesen, hätten wir alle Zutaten und mehr als 2 Kochplatten zur verfügung gehabt. Doch finde in Malaysia mal Semmelbrösel ;-). Wie also improfisieren? Toast zerkleinern...
Diese Art Improfisation haben wir übrigens des öffteren. Find ich jetzt garnicht so schlecht, fördert wenigstens unsere Fantasie, nicht? ;-)
Das Essen hat übrigens super geschmeckt, obwohl ich noch nie Fleischklößchen mit derartigem Geschmack gegessen habe :-D. Und die, von Marina dazu produzierte Gemüse-Tomaten-Soße war auch klasse...
Soviel zu unserem neuesten Abenteuer :-).
Lasst es euch gut gehen und genießt den Frühling!
PS: Sorry, dieses mal gibts keine Bilder, mein pc hat irgendwie gestreikt. Dafür das nächste mal umso mehr, versprochen!
Ja vielleicht kommt da bei der Marina und mir die gute deutsche Hausfrau durch :-). Jedenfalls setzten wir uns gestern in den Kopf unbedingt mal wieder kochen zu müssen. Gesagt getan. Kochutensilien wurden eingekauft, im Kühlschrank verstaut. Soweit so gut. Heute dann die Kochaktion. Nach geschlagenen 5 Minuten in der Küche rann der Schweiß bereits in Strömen über meinen Körper. Dies war das erste Mal, als mir der Gedanke kam, das es vllt keine soo gute Idee gewesen sei, kochen zu wollen. Was solls, also weiter gewerkelt. Nach weiteren 10 Minuten war ich mir absolut sicher, das es ein Fehler gewesen ist :-). Aber dann wars auch schon zu spät. Und so schwitze ich mich durchs kochen und war reif für eine lange, kalte Dusche am Ende der Aktion. Diese Aktion wäre vielleicht wesentlich kürzer gewesen, hätten wir alle Zutaten und mehr als 2 Kochplatten zur verfügung gehabt. Doch finde in Malaysia mal Semmelbrösel ;-). Wie also improfisieren? Toast zerkleinern...
Diese Art Improfisation haben wir übrigens des öffteren. Find ich jetzt garnicht so schlecht, fördert wenigstens unsere Fantasie, nicht? ;-)
Das Essen hat übrigens super geschmeckt, obwohl ich noch nie Fleischklößchen mit derartigem Geschmack gegessen habe :-D. Und die, von Marina dazu produzierte Gemüse-Tomaten-Soße war auch klasse...
Soviel zu unserem neuesten Abenteuer :-).
Lasst es euch gut gehen und genießt den Frühling!
PS: Sorry, dieses mal gibts keine Bilder, mein pc hat irgendwie gestreikt. Dafür das nächste mal umso mehr, versprochen!
Freitag, 24. April 2009
Ja ich lebe noch
Hallo meine Lieben,
tut mir leid, das ich nach diesem Rundbrief schon so lange nichts mehr hier hineingeschrieben habe.
Bei uns ging es hier drunter und drüber und bis vor knapp einer Woche waren wir uns eigentlich sicher wieder nach hause zu gehen. Doch ein plötzlicher Sinnenswandeln in den Cameron Highlands letztes Wochenende veranlasste uns dazu, das ganze noch einmal zu überdenken. Und so gab es am Montag ein erneutes Gespräch mit der Kindergartenleiterin in welchem wir ihr ein paar Veränderungen vorschlugen, welche von ihr auch alle sehr positiv aufgenommen wurden. Tja und so kam es, das wir beschlossen es noch einmal zu versuchen.
Am Montag wird mein erster Arbeitstag sein. Wünscht mir Glück, dass es nun besser wird und wir noch bis zum Ende hier bleiben können. Beim nächsten Mal schreib ich wieder mehr, versprochen.
Bis dahin macht es gut,
Eure Rahel

(Cameron Highlands, einer der schönsten Plätze Malaysias...)
tut mir leid, das ich nach diesem Rundbrief schon so lange nichts mehr hier hineingeschrieben habe.
Bei uns ging es hier drunter und drüber und bis vor knapp einer Woche waren wir uns eigentlich sicher wieder nach hause zu gehen. Doch ein plötzlicher Sinnenswandeln in den Cameron Highlands letztes Wochenende veranlasste uns dazu, das ganze noch einmal zu überdenken. Und so gab es am Montag ein erneutes Gespräch mit der Kindergartenleiterin in welchem wir ihr ein paar Veränderungen vorschlugen, welche von ihr auch alle sehr positiv aufgenommen wurden. Tja und so kam es, das wir beschlossen es noch einmal zu versuchen.
Am Montag wird mein erster Arbeitstag sein. Wünscht mir Glück, dass es nun besser wird und wir noch bis zum Ende hier bleiben können. Beim nächsten Mal schreib ich wieder mehr, versprochen.
Bis dahin macht es gut,
Eure Rahel
(Cameron Highlands, einer der schönsten Plätze Malaysias...)
Samstag, 28. März 2009
Neuester Rundbrief
Hallo Leute,
bevor ich es jedem von euch einzeln erzählen muss, hier einfach mein neuester Rundbrief:
Halbzeit, wie es so schön heißt. Die halbe Zeit... Heißt das dann umgekehrt, dass ein Jahr die ganze Zeit ist? Verwirrend. Aber egal, damit wollte ich mich jetzt eigentlich gar nicht beschäftigen, sondern viel mehr mit einer Zwischenbilanz.
Wieviel in einem halben Jahr passieren und wie viel man in dieser, doch sehr kurzen Zeit erleben kann, hat mir dieses eine halbe Jahr bewiesen. Über Freude, Faszination, Ärger, Frustration, Angst, Ungewissheit, Beklemmnis, Überwindung, Ausgelassenheit, Leben, Träumen, Erleben, Nachdenken, Herantasten, Ausprobieren, In-Fettnäpfchen-treten und was nicht noch alles, war alles dabei. Eine sehr „gefühlsreiche“ Zeit, wie es also scheint.
Und gerade die letzten Wcchen haben sowohl die Marina als auch mich noch mal sehr auf die Probe gestellt. Wir haben das komplette erste halbe Jahr in der Ungewissheit zugebracht, was denn nun mit unserem Visum sei. In den letzen 4 Wochen hat sich die ganze Lage dann noch einmal verschärft, da unser 2. Touristenvisum am 3.3. auslaufen sollte. Diese Probleme haben sich mittlerweile übrigens gegeben, ich könnte jetzt bis März 2010 in Malaysia bleiben...
Vor kurzem waren wir mit den zwei anderen, Alex und Bene, mit einem Freiwilligen aus Kambodscha und dem deutschen Pfarrer hier in Kuala Lumpur, in Singapur zum Zwischenseminar. Eine Woche reflektieren, verbessern, in die Zukunft blicken. Doch was blickte uns da entgegen? Ich dachte, es würde euch vielleicht auch interessieren, was ich für eine Zwischenbilanz gezogen habe. Ich werde das jetzt ganz banal mit Plus und Minus niederschreiben, dann bleibt es am übersichtlichsten und ich weiche nicht so leicht vom Thema ab J. Also das Gute zu erst:
Ganz klar ist auf jeden Fall, dass die Kinder einfach total süß und liebenswert sind. Aber über dieses Thema habe ich mich ja in meinem letzen Rundbrief schon mehr als ausgelassen. Mir fällt außerdem auf, das sich viele Lehrer echt um uns bemühen, auch wenn uns das manchmal nicht ganz klar ist oder es uns doch ein kleines Lachen entlockt. Vorallem die Zusammenarbeit mit der Lehrerin im Learning Center ist super. Sie erklärt uns die Spiele und räumt uns sogar einmal im Monat eine Woche ein, in der nur gemacht wird, was die Marina und ich wollen. Sie nennt sich „Kitchentime and Handicraft“. Meistens malen, basteln oder kochen wir da mit den Kindern. Gerade in dieser Woche haben wir mit den Osterbasteleien angefangen, von denen hier auch noch nie jemand etwas gehört hat. Wir bemalen Pappbecher die wir dann zu Osternestern umgestalten.

Malaysia ist ein absolut fantastisches Land, das mir schon sehr ans Herz gewachsen ist. Mit allen meinen Freunden die, zugegeben, nicht aus unserer Gemeinde stammen. Sie sind bunt durchgemischt, Malayen, Inder, Chinesen, und diverse Europäer usw. Die werden mir echt fehlen, wenn ich zurück nach Deutschland gehe.
So, nun zu den weniger erfreulichen Relexionspunkten.
Im Kindergarten läuft es leider nicht so wie gewünscht. Nach einem halben Jahr fällt mir immer wieder auf, wie sehr mir die körperliche Nähe zu den Kindern fehlt. In Deutschland war es normal, sie in den Arm zu nehmen, sie zu kitzeln oder einfach nur gemütlich zusammen zu sitzen und ein Buch zu lesen. Die Kinder hätten das hier sicher genauso gern, doch leider ist dafür keine Zeit. Die emotionale Distanz merke ich inzwischen immer mehr, weiß aber nicht, wie ich es ändern könnte und ob ich es überhaupt dürfte. Soviel Zeit bleibt einfach nicht für ein einzelnes Kind.
Ebenso komme ich mir oftmals ziemlich nutzlos, oder drücken wir es mal anders aus „verarscht“ vor. Beispiele? Gerne, die gibt es zu genüge. Wir haben eine 40-Stunden Woche. Heißt es jedenfalls. Von diesen 40 Stunden verbringe ich einen großen Teil mit herumsitzen und nicht wissen, was ich tun soll. Irgendwann wird auch der Computer langweilig und lesen will ich auch nicht immer. Wir haben Montag und Dienstag den ganzen Tag Klassen (maximal 4), Mittwoch nur am Vormittag (was also tun am Nachmittag?), den Donnerstagvormittag verbringen wir in der Special School, wo ich wenigstens einmal ein bischen näher mit einem kleinen Mädchen zu tun habe. Den Nachmittag wieder Unterricht, und am Freitag? Ja gute Frage. Da haben wir nichts, wirklich gar nichts zu tun. Auf unsere Frage an die Leiterin, was wir denn in dieser Zeit machen sollten, antwortete diese, wir sollen doch in die Klasse der 4-jährigen gehen, sie bräuchten Hilfe. Die brauchten sie vielleicht in den ersten 1-2 Wochen, aber schon seit langem nicht mehr. Und so bevorzuge ich es, mich wieder mit einem Buch ins Learning Center zurückzuziehen, also blöd die Wand anstarrend in ihrem Klassenzimmer auszuharren. Nun, das Gefühl, die Leiterin habe keine Ahnung, was in ihrem Kindergarten so abläuft und wie sie uns einsetzen könnte, könnt ihr mir nicht verübeln, das kommt dabei einfach auf. (Ach ja, der Marina geht es übrigens genauso, die hat zum Glück genau die gleichen Probleme, das macht es wenigstens ein bisschen besser, wenn auch nicht gut.)
So kam die Leiterin scheinbar auch nie auf die Idee, dass es vielleicht etwas eintönig sein könnte, ein Spiel bis zu 16-mal am Tag zu erklären. Denn das müssen wir jeden Dienstag. Der Dienstag ist ausgefüllt mit 6-jährigen, also 4 Klassen. Diese sind noch einmal halbiert um die Gruppe kleiner zu halten und so befindet sich ein Teil der Klasse bei uns, der andere zu dieser Zeit im Computer room. Macht also 8-mal. Und seit dem neuen Schuljahr hatten sie die grandiose Idee, in der Learning Center Zeit nicht ein, sonder zwei Spiele zu spielen. Sind wir also bei 16-mal! Nach dem 4. Mal bekommt man einen Knoten in die Zunge und beim 12. Mal reist dir der Geduldsfaden zum Leidwesen der Kinder.
Zeitweise fühlt man sich mit seiner Arbeit auch absolut nicht respektiert und ernstgenommen. Uns wird nicht, zu spät oder sehr kurzfristig mitgeteilt, wenn irgendetwas erledigt werden muss oder ein Treffen ansteht. Auch wenn wir oft betonen bis wann (und wann) wir das Material benötigen und das wir das gerne noch ausprobieren wollen, wird das total übersehen und vergessen. Heute zum Beispiel wollten wir ja wie oben erwähnt, mit den Osternestern anfangen. Wir sind also vor 2 Wochen zur Leiterin um ihr mitzuteilen, was wir bräuchten und das wir es gerne bis zum vorletzen Freitag hätten, da letzte Woche Ferien waren. Kam natürlich ein „can can“ zurück. Am Freitag waren sie noch nicht da. Nun gut, sie hatten ja noch eine Woche Ferien Zeit, sie zu besorgen. Heute auf dem Weg in den Kindergarten haben wir schon fast damit gerechnet, sie seien nicht da und .... tadaaa!!! Wir hatten Recht. „Oh, die haben wir noch nicht besorgt.“ „Wir brauchen sie aber heute.“ „Ohhhhh“. Ganz klasse. Na gut, die erste Klasse musste also mit Bingo abgespeist werden und nach der Zwischenpause hatten wir endlich die Becher. Das Ganze ging dann erstmal etwas chaotisch weiter, da wir natürlich keine Zeit hatten irgendetwas vorzubereiten, weil das dazu benötigte Material einfach fehlte. Ging dann aber trotzdem ganz gut und der Tag war sogar recht angenehm verglichen zu den üblichen. Scheint also eine ganz nette Woche zu werden.
Noch hinzu kommt, dass sie hin und wieder „ganz“ dringend unsere Hilfe benötigen, uns 5 mal oder öfter darauf hinweisen, das wir es auch ja nicht vergessen und wir letztendlich dort dann das machen, was wir hier sehr oft machen: herum sitzen und blöd schauen.
Im Großen und Ganzen kann ich also sagen, dass ich mich schlicht und ergreifend unterfordert fühle und dass ich langsam nicht mehr länger einsehe, warum ich hier meine Zeit absitzen sollte. Ich könnnte so vieles, wesentlich effektiveres machen.
Soweit zu meiner Arbeit. Doch mit dieser ist es leider nicht getan, denn wir sind ja auch mehr oder weniger in die Gemeinde und das Gemeindeleben mit eingebunden. Gegen die Jugendgruppe habe ich eigentlich gar nichts einzuwenden. Die finde ich immer recht nett, obwohl der Zeitpunkt echt nicht ungünstiger sein könnte. Freitagabend um halb 9. Nicht, dass ich unbedingt jedes Wochenende weggehen will oder so, aber Freitagabend sind wir einfach oft nicht Zuhause. Wenn wir übers Wochenende wegfahren, dann sind wir nicht da. Feiert jemand Geburtstag, sind wir nicht da. Haben wir Seminar, sind wir nicht da. Kommen uns Freunde besuchen, sind wir nicht da. So mussten sie zum Beispiel die letzten 3 Wochen auf mich verzichten. Erst war ich in Singapur, dann war mein Geburtstag, letzten Freitag war ich mit meiner Mutter auf Perhentian und nächsten Freitag steht eigentlich wieder ein Geburtstag an... Nun gut, noch haben sie sich nicht beschwert und sollten sie dies doch einmal tun, werde ich einfach vorschlagen, die Jugendgruppe auf einen anderen Tag zu verlegen, wenn sie uns gerne öfter dabei hätten.
Die chinesische Gemeinde, in der wir uns hier befinden, erleben wir mehr und mehr als eine „Sekte“. Sekte deshalb, weil sie für unsere Verhältnisse sehr extrem sind in der Ausübung ihres Glaubens, den Leuten hier mehr oder weniger eine Gehirnwäsche verpassen und vor allem die Kinder und Jugendliche verängstigen und ihnen mit Hölle, Fegefeuer und was nicht noch alles drohen. Ja richtig gehört, unsere so tollen Protestanten, die immer wieder darauf pochen, das sie Luther nachfolgen wollen, verängstigen ihre Nachkömmlinge mit einer, von Luther „abgeschafften“ Hölle. Ich dachte ich höre nicht richtig. Ein Beispiel aus der Praxis? Ich war im Dezember auf einem Jugendcamp der Gemeinde. Jeden Tag wurde dort ein hübsch konstruiertes Video gezeigt, wie beispielsweise das des jüngsten Gerichts, in welchem alles in die Luft fliegt, Menschen bei lebendigem Leibe verbrennen, zerfetzt werden und vieles mehr. Dann die erfrischende Nachricht, oder wollen wir es lieber Drohung nennen, dass alle, die bis zum Tag des jüngsten Gerichts Jesus nicht in ihr Herz gelassen haben, in der Hölle landen werden. Man sollte das lieber schnell tun (also Jesus in sein Herz lassen), denn man weiß ja nie, wann dieser Tag stattfinden wird, nicht? Nebenbei angemerkt: Die Jüngsten der Zuschauer befanden sich gerade mal in dem zarten Alter von 11 Jahren. Dann immer wieder dieser Gruppenzwang: „Wenn ihr Jesus in euer Herz gelassen habt, dann hebt jetzt die Hand.“ Ja, wer wird da schon so mutig sein und seine Hand unten behalten? Nach diesem Angst einjagen. Und noch dazu in dieser konfuzianisch geprägten Gesellschaft, wo man sowieso nicht wiedersprechen darf, sondern das, was der Lehrer, Vorgesetzte oder eben Pfarrer sagt, Gesetz ist und man es nicht anzuzweifeln hat. (Hierbei ein herzliches Dankeschön an Wolfgang, den deutschen Pfarrer, durch den ich auf diesem Gebiet (Konfuzianismus) einiges dazu gelernt habe!).
Ja, ihr könnt euch vorstellen, das ich mir da etwas fehl am Platz vorkomme. Unsere anfängliche Begeiersterung gegenüber dem Gottesdienst hat auch sehr stark nachgelassen. Ich kann mir den, Verzeihung, Schwachsinn, den sie dort erzählen einfach nicht mehr anhören. Und man muss das ja schlucken. Man kann nicht einfach sagen, ne Moment mal, ich sehe das aber etwas anders, oder „könnte man das nicht auch so interpretieren?“
Das letzte mal wurden wir von einem Pfarrer aus der Gemeinde sogar etwas zusammengeputzt, weil wir es gewagt haben während der heiligen Gottesdienstzeit am Sonntag mit einer Gruppe chinesischer Freunde aus einer anderen Gemeinde zu einem chinesischen Frühstück zu gehen. „Worshiping god must be the first priority in your life!“, ja was will man darauf denn groß entgegnen.
Ebenso fällt uns immer mehr auf, dass sie zwar gerne so tun, als wären sie offen usw doch eigentlich spüren wir kein wirkliches Interesse. Es besteht auch kein kultureller Austausch, welcher ja eigentlich das Wesentliche dieses Jahres sein sollte. Alles was anders ist als sie wird nicht akzeptiert. Für unsere Kultur interessieren sie sich gar nicht. Wir sollten am Besten kleine Chinesen werden. Das ist manchmal schon traurig, wenn man sich einfach vollkommen unverstanden fühlt und auch nie eine offene, ehrliche Unterhaltung führen kann, weil man weiß, dass sie es nicht akzeptieren würden. Und so gerät man schnell ins flunkern, Notlügen erfinden und so weiter. Und das ist mir mehr als zuwider. Sie wollen teilweise aber auch verdammt persönliche Sachen über einen wissen oder quetschen einen aus, wo man mit wem am Wochenende war und woher man diese Personen denn kennt.
Nach anfänglichen Bemühungen, mit den Jugendlichen der Gemeinde warm zu werden, haben wir uns letztendlich doch einen Freundeskreis in Kuala Lumpur zugelegt. Hier können wir wir selbst sein, müssen nicht lügen, uns nicht verstellen, können uns entspannen, tiefgründige, lustige, schwachsinnige oder was auch immer für Unterhaltungen führen, unseren Stress ablassen, um Rat fragen, neues über das Land und die Kultur erfahren und uns von der Arbeit und der Gemeinde erholen. Ich sage es ganz offen und ehrlich, wären meine Freunde nicht, säße ich schon längst wieder in good old Germany. Wir werden sehen, wie sich das hier noch entwickelt, aber allzuviele Hoffnungen habe ich nicht mehr. Es zerrt einfach an Kraft und am Willen, an meiner Überzeugung mir selbst treu zu bleiben, dem Drang, endlich zu widersprechen und nicht alles einfach so hinnehmen zu müssen, die Letargie einfach nichts ändern zu können und die unendliche Langeweile und meine Gedanken was ich nicht alles mit dieser, meiner Lebenszeit anfangen könnte.
So, jetzt habt ihr mal den aktuellsten Stand von mir. Ich freu mich übrigens immer über e-mails mit Fragen etc und ein persönliches Gespräch via skype oder so ist sicher auch nicht verkehrt. Ich hoffe euch geht es allen gut!

Das war übrigens an meinem Geburtstag, bei einem unglaublichen Essen mit allen meinen Freunden, die mich mit ihrer Anwesenheit völlig überraschten J.
Viele Liebe Grüße,
Eure Rahel
bevor ich es jedem von euch einzeln erzählen muss, hier einfach mein neuester Rundbrief:
Halbzeit, wie es so schön heißt. Die halbe Zeit... Heißt das dann umgekehrt, dass ein Jahr die ganze Zeit ist? Verwirrend. Aber egal, damit wollte ich mich jetzt eigentlich gar nicht beschäftigen, sondern viel mehr mit einer Zwischenbilanz.
Wieviel in einem halben Jahr passieren und wie viel man in dieser, doch sehr kurzen Zeit erleben kann, hat mir dieses eine halbe Jahr bewiesen. Über Freude, Faszination, Ärger, Frustration, Angst, Ungewissheit, Beklemmnis, Überwindung, Ausgelassenheit, Leben, Träumen, Erleben, Nachdenken, Herantasten, Ausprobieren, In-Fettnäpfchen-treten und was nicht noch alles, war alles dabei. Eine sehr „gefühlsreiche“ Zeit, wie es also scheint.
Und gerade die letzten Wcchen haben sowohl die Marina als auch mich noch mal sehr auf die Probe gestellt. Wir haben das komplette erste halbe Jahr in der Ungewissheit zugebracht, was denn nun mit unserem Visum sei. In den letzen 4 Wochen hat sich die ganze Lage dann noch einmal verschärft, da unser 2. Touristenvisum am 3.3. auslaufen sollte. Diese Probleme haben sich mittlerweile übrigens gegeben, ich könnte jetzt bis März 2010 in Malaysia bleiben...
Vor kurzem waren wir mit den zwei anderen, Alex und Bene, mit einem Freiwilligen aus Kambodscha und dem deutschen Pfarrer hier in Kuala Lumpur, in Singapur zum Zwischenseminar. Eine Woche reflektieren, verbessern, in die Zukunft blicken. Doch was blickte uns da entgegen? Ich dachte, es würde euch vielleicht auch interessieren, was ich für eine Zwischenbilanz gezogen habe. Ich werde das jetzt ganz banal mit Plus und Minus niederschreiben, dann bleibt es am übersichtlichsten und ich weiche nicht so leicht vom Thema ab J. Also das Gute zu erst:
Ganz klar ist auf jeden Fall, dass die Kinder einfach total süß und liebenswert sind. Aber über dieses Thema habe ich mich ja in meinem letzen Rundbrief schon mehr als ausgelassen. Mir fällt außerdem auf, das sich viele Lehrer echt um uns bemühen, auch wenn uns das manchmal nicht ganz klar ist oder es uns doch ein kleines Lachen entlockt. Vorallem die Zusammenarbeit mit der Lehrerin im Learning Center ist super. Sie erklärt uns die Spiele und räumt uns sogar einmal im Monat eine Woche ein, in der nur gemacht wird, was die Marina und ich wollen. Sie nennt sich „Kitchentime and Handicraft“. Meistens malen, basteln oder kochen wir da mit den Kindern. Gerade in dieser Woche haben wir mit den Osterbasteleien angefangen, von denen hier auch noch nie jemand etwas gehört hat. Wir bemalen Pappbecher die wir dann zu Osternestern umgestalten.
Malaysia ist ein absolut fantastisches Land, das mir schon sehr ans Herz gewachsen ist. Mit allen meinen Freunden die, zugegeben, nicht aus unserer Gemeinde stammen. Sie sind bunt durchgemischt, Malayen, Inder, Chinesen, und diverse Europäer usw. Die werden mir echt fehlen, wenn ich zurück nach Deutschland gehe.
So, nun zu den weniger erfreulichen Relexionspunkten.
Im Kindergarten läuft es leider nicht so wie gewünscht. Nach einem halben Jahr fällt mir immer wieder auf, wie sehr mir die körperliche Nähe zu den Kindern fehlt. In Deutschland war es normal, sie in den Arm zu nehmen, sie zu kitzeln oder einfach nur gemütlich zusammen zu sitzen und ein Buch zu lesen. Die Kinder hätten das hier sicher genauso gern, doch leider ist dafür keine Zeit. Die emotionale Distanz merke ich inzwischen immer mehr, weiß aber nicht, wie ich es ändern könnte und ob ich es überhaupt dürfte. Soviel Zeit bleibt einfach nicht für ein einzelnes Kind.
Ebenso komme ich mir oftmals ziemlich nutzlos, oder drücken wir es mal anders aus „verarscht“ vor. Beispiele? Gerne, die gibt es zu genüge. Wir haben eine 40-Stunden Woche. Heißt es jedenfalls. Von diesen 40 Stunden verbringe ich einen großen Teil mit herumsitzen und nicht wissen, was ich tun soll. Irgendwann wird auch der Computer langweilig und lesen will ich auch nicht immer. Wir haben Montag und Dienstag den ganzen Tag Klassen (maximal 4), Mittwoch nur am Vormittag (was also tun am Nachmittag?), den Donnerstagvormittag verbringen wir in der Special School, wo ich wenigstens einmal ein bischen näher mit einem kleinen Mädchen zu tun habe. Den Nachmittag wieder Unterricht, und am Freitag? Ja gute Frage. Da haben wir nichts, wirklich gar nichts zu tun. Auf unsere Frage an die Leiterin, was wir denn in dieser Zeit machen sollten, antwortete diese, wir sollen doch in die Klasse der 4-jährigen gehen, sie bräuchten Hilfe. Die brauchten sie vielleicht in den ersten 1-2 Wochen, aber schon seit langem nicht mehr. Und so bevorzuge ich es, mich wieder mit einem Buch ins Learning Center zurückzuziehen, also blöd die Wand anstarrend in ihrem Klassenzimmer auszuharren. Nun, das Gefühl, die Leiterin habe keine Ahnung, was in ihrem Kindergarten so abläuft und wie sie uns einsetzen könnte, könnt ihr mir nicht verübeln, das kommt dabei einfach auf. (Ach ja, der Marina geht es übrigens genauso, die hat zum Glück genau die gleichen Probleme, das macht es wenigstens ein bisschen besser, wenn auch nicht gut.)
So kam die Leiterin scheinbar auch nie auf die Idee, dass es vielleicht etwas eintönig sein könnte, ein Spiel bis zu 16-mal am Tag zu erklären. Denn das müssen wir jeden Dienstag. Der Dienstag ist ausgefüllt mit 6-jährigen, also 4 Klassen. Diese sind noch einmal halbiert um die Gruppe kleiner zu halten und so befindet sich ein Teil der Klasse bei uns, der andere zu dieser Zeit im Computer room. Macht also 8-mal. Und seit dem neuen Schuljahr hatten sie die grandiose Idee, in der Learning Center Zeit nicht ein, sonder zwei Spiele zu spielen. Sind wir also bei 16-mal! Nach dem 4. Mal bekommt man einen Knoten in die Zunge und beim 12. Mal reist dir der Geduldsfaden zum Leidwesen der Kinder.
Zeitweise fühlt man sich mit seiner Arbeit auch absolut nicht respektiert und ernstgenommen. Uns wird nicht, zu spät oder sehr kurzfristig mitgeteilt, wenn irgendetwas erledigt werden muss oder ein Treffen ansteht. Auch wenn wir oft betonen bis wann (und wann) wir das Material benötigen und das wir das gerne noch ausprobieren wollen, wird das total übersehen und vergessen. Heute zum Beispiel wollten wir ja wie oben erwähnt, mit den Osternestern anfangen. Wir sind also vor 2 Wochen zur Leiterin um ihr mitzuteilen, was wir bräuchten und das wir es gerne bis zum vorletzen Freitag hätten, da letzte Woche Ferien waren. Kam natürlich ein „can can“ zurück. Am Freitag waren sie noch nicht da. Nun gut, sie hatten ja noch eine Woche Ferien Zeit, sie zu besorgen. Heute auf dem Weg in den Kindergarten haben wir schon fast damit gerechnet, sie seien nicht da und .... tadaaa!!! Wir hatten Recht. „Oh, die haben wir noch nicht besorgt.“ „Wir brauchen sie aber heute.“ „Ohhhhh“. Ganz klasse. Na gut, die erste Klasse musste also mit Bingo abgespeist werden und nach der Zwischenpause hatten wir endlich die Becher. Das Ganze ging dann erstmal etwas chaotisch weiter, da wir natürlich keine Zeit hatten irgendetwas vorzubereiten, weil das dazu benötigte Material einfach fehlte. Ging dann aber trotzdem ganz gut und der Tag war sogar recht angenehm verglichen zu den üblichen. Scheint also eine ganz nette Woche zu werden.
Noch hinzu kommt, dass sie hin und wieder „ganz“ dringend unsere Hilfe benötigen, uns 5 mal oder öfter darauf hinweisen, das wir es auch ja nicht vergessen und wir letztendlich dort dann das machen, was wir hier sehr oft machen: herum sitzen und blöd schauen.
Im Großen und Ganzen kann ich also sagen, dass ich mich schlicht und ergreifend unterfordert fühle und dass ich langsam nicht mehr länger einsehe, warum ich hier meine Zeit absitzen sollte. Ich könnnte so vieles, wesentlich effektiveres machen.
Soweit zu meiner Arbeit. Doch mit dieser ist es leider nicht getan, denn wir sind ja auch mehr oder weniger in die Gemeinde und das Gemeindeleben mit eingebunden. Gegen die Jugendgruppe habe ich eigentlich gar nichts einzuwenden. Die finde ich immer recht nett, obwohl der Zeitpunkt echt nicht ungünstiger sein könnte. Freitagabend um halb 9. Nicht, dass ich unbedingt jedes Wochenende weggehen will oder so, aber Freitagabend sind wir einfach oft nicht Zuhause. Wenn wir übers Wochenende wegfahren, dann sind wir nicht da. Feiert jemand Geburtstag, sind wir nicht da. Haben wir Seminar, sind wir nicht da. Kommen uns Freunde besuchen, sind wir nicht da. So mussten sie zum Beispiel die letzten 3 Wochen auf mich verzichten. Erst war ich in Singapur, dann war mein Geburtstag, letzten Freitag war ich mit meiner Mutter auf Perhentian und nächsten Freitag steht eigentlich wieder ein Geburtstag an... Nun gut, noch haben sie sich nicht beschwert und sollten sie dies doch einmal tun, werde ich einfach vorschlagen, die Jugendgruppe auf einen anderen Tag zu verlegen, wenn sie uns gerne öfter dabei hätten.
Die chinesische Gemeinde, in der wir uns hier befinden, erleben wir mehr und mehr als eine „Sekte“. Sekte deshalb, weil sie für unsere Verhältnisse sehr extrem sind in der Ausübung ihres Glaubens, den Leuten hier mehr oder weniger eine Gehirnwäsche verpassen und vor allem die Kinder und Jugendliche verängstigen und ihnen mit Hölle, Fegefeuer und was nicht noch alles drohen. Ja richtig gehört, unsere so tollen Protestanten, die immer wieder darauf pochen, das sie Luther nachfolgen wollen, verängstigen ihre Nachkömmlinge mit einer, von Luther „abgeschafften“ Hölle. Ich dachte ich höre nicht richtig. Ein Beispiel aus der Praxis? Ich war im Dezember auf einem Jugendcamp der Gemeinde. Jeden Tag wurde dort ein hübsch konstruiertes Video gezeigt, wie beispielsweise das des jüngsten Gerichts, in welchem alles in die Luft fliegt, Menschen bei lebendigem Leibe verbrennen, zerfetzt werden und vieles mehr. Dann die erfrischende Nachricht, oder wollen wir es lieber Drohung nennen, dass alle, die bis zum Tag des jüngsten Gerichts Jesus nicht in ihr Herz gelassen haben, in der Hölle landen werden. Man sollte das lieber schnell tun (also Jesus in sein Herz lassen), denn man weiß ja nie, wann dieser Tag stattfinden wird, nicht? Nebenbei angemerkt: Die Jüngsten der Zuschauer befanden sich gerade mal in dem zarten Alter von 11 Jahren. Dann immer wieder dieser Gruppenzwang: „Wenn ihr Jesus in euer Herz gelassen habt, dann hebt jetzt die Hand.“ Ja, wer wird da schon so mutig sein und seine Hand unten behalten? Nach diesem Angst einjagen. Und noch dazu in dieser konfuzianisch geprägten Gesellschaft, wo man sowieso nicht wiedersprechen darf, sondern das, was der Lehrer, Vorgesetzte oder eben Pfarrer sagt, Gesetz ist und man es nicht anzuzweifeln hat. (Hierbei ein herzliches Dankeschön an Wolfgang, den deutschen Pfarrer, durch den ich auf diesem Gebiet (Konfuzianismus) einiges dazu gelernt habe!).
Ja, ihr könnt euch vorstellen, das ich mir da etwas fehl am Platz vorkomme. Unsere anfängliche Begeiersterung gegenüber dem Gottesdienst hat auch sehr stark nachgelassen. Ich kann mir den, Verzeihung, Schwachsinn, den sie dort erzählen einfach nicht mehr anhören. Und man muss das ja schlucken. Man kann nicht einfach sagen, ne Moment mal, ich sehe das aber etwas anders, oder „könnte man das nicht auch so interpretieren?“
Das letzte mal wurden wir von einem Pfarrer aus der Gemeinde sogar etwas zusammengeputzt, weil wir es gewagt haben während der heiligen Gottesdienstzeit am Sonntag mit einer Gruppe chinesischer Freunde aus einer anderen Gemeinde zu einem chinesischen Frühstück zu gehen. „Worshiping god must be the first priority in your life!“, ja was will man darauf denn groß entgegnen.
Ebenso fällt uns immer mehr auf, dass sie zwar gerne so tun, als wären sie offen usw doch eigentlich spüren wir kein wirkliches Interesse. Es besteht auch kein kultureller Austausch, welcher ja eigentlich das Wesentliche dieses Jahres sein sollte. Alles was anders ist als sie wird nicht akzeptiert. Für unsere Kultur interessieren sie sich gar nicht. Wir sollten am Besten kleine Chinesen werden. Das ist manchmal schon traurig, wenn man sich einfach vollkommen unverstanden fühlt und auch nie eine offene, ehrliche Unterhaltung führen kann, weil man weiß, dass sie es nicht akzeptieren würden. Und so gerät man schnell ins flunkern, Notlügen erfinden und so weiter. Und das ist mir mehr als zuwider. Sie wollen teilweise aber auch verdammt persönliche Sachen über einen wissen oder quetschen einen aus, wo man mit wem am Wochenende war und woher man diese Personen denn kennt.
Nach anfänglichen Bemühungen, mit den Jugendlichen der Gemeinde warm zu werden, haben wir uns letztendlich doch einen Freundeskreis in Kuala Lumpur zugelegt. Hier können wir wir selbst sein, müssen nicht lügen, uns nicht verstellen, können uns entspannen, tiefgründige, lustige, schwachsinnige oder was auch immer für Unterhaltungen führen, unseren Stress ablassen, um Rat fragen, neues über das Land und die Kultur erfahren und uns von der Arbeit und der Gemeinde erholen. Ich sage es ganz offen und ehrlich, wären meine Freunde nicht, säße ich schon längst wieder in good old Germany. Wir werden sehen, wie sich das hier noch entwickelt, aber allzuviele Hoffnungen habe ich nicht mehr. Es zerrt einfach an Kraft und am Willen, an meiner Überzeugung mir selbst treu zu bleiben, dem Drang, endlich zu widersprechen und nicht alles einfach so hinnehmen zu müssen, die Letargie einfach nichts ändern zu können und die unendliche Langeweile und meine Gedanken was ich nicht alles mit dieser, meiner Lebenszeit anfangen könnte.
So, jetzt habt ihr mal den aktuellsten Stand von mir. Ich freu mich übrigens immer über e-mails mit Fragen etc und ein persönliches Gespräch via skype oder so ist sicher auch nicht verkehrt. Ich hoffe euch geht es allen gut!

Das war übrigens an meinem Geburtstag, bei einem unglaublichen Essen mit allen meinen Freunden, die mich mit ihrer Anwesenheit völlig überraschten J.
Viele Liebe Grüße,
Eure Rahel
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